Teilnahme von Dr. Specht am Workshop „New Challenges and the Concept of International Law“, einem Vorbereitungstreffen des Global Policy Forum 2010 in Yaroslavl, Russland
Am 07. Mai 2010 veranstalteten das Vorbereitungskomitee für das Global Policy Forum – eine Initiative des Präsidenten der Russischen Föderation, Dimitriy A. Medvedev – und das Institute for Global Law and Policy der Harvard Law School einen Workshop an der Harvard Law School. Der Workshop zielte darauf ab, Fragen zu den vier Themenbereichen des diesjährigen Global Policy Forum, das das Generalthema „New Challenges and the Concept of International Law“ behandeln und am 09. und 10. September 2010 in Yaroslavl, Russland, stattfinden wird, zu formulieren.
Das Institute for Global Law and Policy der Harvard Law School hat sich als eine der führenden Institutionen im Neudenken des Internationalen Rechts und im Infragestellen der allgemeinen Beschäftigung mit dem Globalen System etabliert. Russland hat seit Beginn dieses Jahrhunderts seine Rolle im internationalen/geopolitischen Machtgefüge gefunden. Seit der Gründung der G-20 und, noch wichtiger, von BRIC hat sich Russland zu einem jener Staaten entwickelt, die ein eigenständiges Interesse an der Entwicklung alternativer Rahmenbedingungen für Regierungsarbeit haben.
Ausgehend von einleitenden Überlegungen, die David Kennedy, Faculty Director des Institute for Global Law and Policy, und Roberto Mangabeira Unger, Professor an der Harvard Law School und früherer Minister für Strategische Entwicklung der brasilianischen Regierung unter Präsident Lula da Silva, präsentierten, wurden verschiedene Themen zur Sprache gebracht, die als Thesen bei dem Treffen in Yaroslavl diskutiert werden.
Die Teilnehmer an dem Treffen vom 07. Mai 2010 an der Harvard Law School beschäftigten sich insbesondere mit der Notwendigkeit eines institutionellen Pluralismus und des Experimentierens mit einer Vielzahl an institutionellen Ausgestaltungen, die von neu orientierten internationalen Organisationen unterstützt werden. Diese internationalen Organisationen können mit den im Gefolge der Konferenz von Bretton Woods im Jahre 1944 entstandenen stabilisierenden Strukturen verglichen werden. Während eine solche neue Architektur der internationalen Institutionen zur Stabilisierung des globalen Systems wünschenswert erscheint, hat sich die Vorherrschaft, auf der das System von Bretton Woods und, seit dessen Niedergang, alle anderen weltweite Ordnungsmechanismen (insbesondere das erstarrte Regime des neoliberalen Washington-Konsenses) aufbauten, als zu starr erwiesen, um auf angemessene und gerechte Weise die Interessen von vielen durch solche globalen Systeme zu fördern.
Professor Iosip Diskin, Mitglied der Öffentlichen Kammer des russischen Parlaments und einer der Vorsitzenden des Rates für Nationale Strategie, Roberto Mangabeira Unger und David Kennedy moderierten die Veranstaltung. Dr. Leopold Specht, Managing Partner von Specht Rechtsanwalt GmbH, nahm in seiner Eigenschaft als Mitglied des Institute for Global Law and Policy und des Rates für Nationale Strategie an dem Workshop teil. Dr. Alfred Gusenbauer, ehemaliger österreichischer Bundeskanzler, William Fischer und Duncan Kennedy, beide Professoren an der Harvard Law School, Andrei Lisitsyn-Svetlanov, Direktor des Instituts für Staats- und Rechtswissenschaften der Russischen Akademie der Wissenschaften, Mikhail Mizulin, Erster Stellvertretender Direktor der Höheren Schule für Management der Akademie für Öffentliche Verwaltung, und Mark Entin, Direktor des Instituts für Europäische Bildung des Staatlichen Moskauer Instituts für Internationale Beziehungen der Russischen Außenministeriums, nahmen ebenfalls an der Veranstaltung teil.
Weiterführende Informationen zu den Zielen des Global Policy Forum, seiner Geschichte und zukünftigen Veranstaltungen sind zu finden unter: http://www.gfp-yaroslavl.ru/en

